Patienten sollen mehr über ihre Gesundheit wissen

Viele Informationen zu Krankheiten, viele Wege in die Arztpraxen und Ambu­lan­zen und dennoch große Überforderung für viele Patienten: An der Kompetenz, Gesundheitsinformationen richtig zu verstehen und daraus eine Entscheidung für das eigene Leben zu treffen, fehlt es in Deutschland vielen Menschen. Um dies zu ändern und die Akteure im Gesundheitswesen für eine gemeinsame Aktion zusammen­zubringen, wurde bereits Mitte Juni die „Allianz für Gesundheitskompetenz“ unter Federführung des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­iums (BMG) gegründet.

Vertreten sind dabei 15 Verbände, Körperschaften und Institutionen, die sich das Ziel gesetzt haben, sich mehr für die Gesundheitsaufklärung der Gesellschaft einzusetzen. Im internationalen Vergleichen liege Deutschland bei Fragen des Verständnisses für Gesundheitsthemen auf den hinteren Plätzen, erklärte Lutz Stroppe, Staatssekretär im BMG, heute bei einer Fachtagung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV).
Kein eigenes Schulfach
Auf der Tagung wollten Experten der KBV, der Kassenärztlichen Vereinigungen und andere Experten über Strategien in der Gesund­heits­förder­ung, Prävention sowie das Verständ­nis von Patienten diskutieren. Das BMG forciere das Thema, betonte Stroppe, auch international bei der Welt­gesund­heits­organi­sation sei „Health Literacy“, so der wissen­schaftliche Begriff, ein Schwerpunktthema.

Für die Verbesserung der Gesundheitskompetenz in Deutschland sieht Stroppe drei Handlungsfelder. So solle die Gesundheitsbildung verbessert werden – allerdings ohne ein eigenes Schulfach Gesundheit einzuführen. „Es hilft nicht, ein Schulfach einzu­führen, wir müssen vielmehr schauen, wie kommt die Gesundheitsbildung in allen Lebenswelten von Kita bis zum Arbeitsplatz an“, sagte Stroppe.

Das Präventionsgesetz, das der Bundestag 2015 verabschiedet hat, sei ein wichtiger Weg dafür. Ebenso plädierte er für leicht zugängliche Gesundheitsinformationen, die unabhängig von Werbe- und Pharma-Einfluss seien, und in leichter Sprache veröffent­licht werden sollen. Dafür erstellt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheits­wesen (IQWiG) derzeit eine Machbarkeitsstudie.
Mehr Aufklärung im Arzt-Patienten-Gespräch
Als dritten Schwerpunkt hat das Ministerium eine bessere Ausbildung für das Arzt-Patienten-Gespräch im Blick, das vor allem über Änderungen im Curriculum im Reformprozess des Masterplanes 2020 angestoßen werden soll. Der Masterplan 2020 liegt allerdings aufgrund von Streitigkeiten mit den Finanzministern der Länder momen­tan auf Eis, eine Kommission soll in den nächsten Monaten weitere Schritte ausloten.

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(Quelle: © bee/aerzteblatt.de)
 
 

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