Brain-Compu­ter-Interface möglicherweise hilfreich in der Schlaganfall­rehabilitation

Ein Brain-Computer-Interface könnte dabei helfen, auch bei älteren Schlaganfällen die motorische Funktion über eine Aktivierung von sensomoto­rischen Schleifen zu verbessern. Entsprechende Ergebnisse berichten Forscher um Mathias Baumert an der University of Adelaide. Sie veröffentlichten die Daten ihrer Proof-of-Principle-Study in Royal Society Open Science (2017; doi: 10.1098/rsos.170660).

Unter einem Brain-Computer-Interface versteht man eine künstlich etablierte Schnitt­stelle zwischen dem zentralen Nervensystem und einem Computer. Es werden beispiels­weise über ein EEG Hirnströme abgeleitet, die durch den Computer registriert und in entsprechende Aktionen umgesetzt werden. Ein Beispiel hierfür wäre die Bedienung eines Roboterarms, der seine Bewegungsbefehle über ein vom Computer interpretiertes EEG erhält. So ist es möglich, Prothesen zu konstruieren, die per „Gedankenkraft“ gesteuert werden.

Für ihre Studie rekrutierten die Forscher einen 65-jährigen Schlaganfallpatienten, der vor mehr als drei Jahren einen rechtshemisphärischen Schlaganfall erlitten hatte. Er hatte infolge dessen eine motorische Beeinträchtigung der linken Hand. Die Funktion wurden nach dem Action Research Arm Test (ARAT) mit 34 von 57 möglichen Punkten bewertet.

Der Patient wurde in zehn Trainingseinheiten über 30 Minuten an das Inter­face angeschlossen. Die eingeschränkte Hand wurde mit einer Orthese verbunden, welche die Hand passiv bewegen konnte. Der Patient wurde aufgefordert, sich bestimm­te Bewegungen mit der Hand vorzustellen. Die entsprechenden Ströme wurden vom Computer registriert und die Bewegungen mithilfe der Orthese umgesetzt.

Eine Besonderheit war, dass zwischen der Vorstellung und der umgesetzten Bewegung nur 0 bis 100 Millisekunden lagen. Diese Zeit nähert sich dem physiologischen Zeit­rahmen an, in dem Menschen sich eine Bewegung vornehmen, umsetzen und diese auch propriozeptiv wahrnehmen.

Nach dem Training zeigte sich eine Verbesserung der durch ARAT gemessenen moto­rischen Funktion um 37 Prozent (13 Punkte). Die Forscher berichten, dass eine zehn­prozentige Verbesserung der Maximalpunktzahl (5,7 Punkte) als klinisch signifikante Verbesserung gilt.

Noch ist nicht klar, ob ein ähnlich aufgebautes Brain-Computer-Interface für andere Schlaganfallpatienten nutzbringend ist. Die Forscher sehen die Ergebnisse jedoch als eine Basis dafür, dies in klinischen Studien zu untersuchen.

(Quelle: © hil/aerzteblatt.de)
 
 

Neuigkeiten



Workshop "Ein Herz für NRW": Potenziale für Unternehmen im Bereich biohybride Medizinsysteme erschließen
Life Science Center Düsseldorf, 27. August 2018 ...mehr

Klinische Bewertung medizinischer Software
21. August 2018 in Frankfurt ...mehr

Workshop: Klinische Studien (nicht nur) für Start-ups
13. September 2018 in Aachen ...mehr

8. NRW Nano-Konferenz: Innovations in Materials and Applications
21. und 22. November 2018 in Dortmund ...mehr


Rückkehr nach Nordrhein-Westfalen: Land fördert exzellenten Forschungsnachwuchs mit 3,75 Millionen Euro
Drei junge Spitzenwissenschaftler aus der Schweiz, Kanada und England forschen künftig in Nordrhein-Westfalen ...mehr

10 Millionen Euro für den Nachwuchs in der Krebsforschung
Deutsche Krebshilfe richtet „Mildred-Scheel-Nachwuchszentrum“ am CIO Köln Bonn ein ...mehr

Landesregierung legt Entwurf der Strategie für das digitale Nordrhein-Westfalen vor
Strategie bindet Zukunftsthemen wie künstliche Intelligenz, autonomes Fahren und Blockchain-Technologie ein ...mehr

Förderwettbewerb „START-UP-Hochschul-Ausgründungen“ geht in die siebte Runde
Bewerbungsschluss ist der 31. August 2018 ...mehr

Digitale Unterstützung für Pflegende: TK launcht Pflege-Coach
Digitaler Pflegekurs ...mehr

Leitmarktwettbewerb LifeSciences.NRW: Land fördert zwölf Forschungsprojekte mit 19 Millionen Euro
Digitalisierung nutzen für neue Ideen in der Gesundheitsforschung ...mehr


Förderung von Zuwendungen für Juniorverbünde in der Systemmedizin
Einreichungsfrist: 09.10.2018 ...mehr

Projektaufruf Forschungsinfrastrukturen.NRW
Einreichungen möglich bis zum 28.09.2018 ...mehr

Förderung von Zuwendungen für "Systemmedizinische Forschungsverbünde"
Einreichungsfrist: 26.09.2018 ...mehr

Klinischer Nutzen von Big Data Anwendungen für die Versorgung von Patientinnen und Patienten
Einreichungsfrist: 10.09.2018 ...mehr

Förderung von Zuwendungen für Demonstratoren zur Individualisierten Medizin
Einreichungsfrist: 15.08.2018 ...mehr