Hämatopoetische Stammzellen im Labor gezüchtet

Boston/New York – Zwei Forschergruppen aus den USA ist es erstmals gelungen, hämatopoetische Stammzellen aus körpereigenen Zellen herzustellen. Ein Team griff dabei auf induzierte pluripotente Stammzellen (iPS-Zellen) von Menschen zurück (Nature 2017; doi: 10.1038/nature22370), während das andere die blutbildenden Zellen ohne Umwege aus Endothelien von Mäusen kreierte (Nature 2017; doi: 10.1038/nature22326). Das therapeutische Potential für die Stammzelltherapie von Lymphomen und Leukämien ist groß. Es gibt aber auch Risiken.

Seit den 1970er Jahren ist es möglich, Leukämien und Lymphome durch die Über­tragung von hämatopoetischen Stammzellen zu heilen. Die Stammzelltransplantation wird heute auch bei einer Reihe nicht-maligner Bluterkrankungen, etwa die Sichelzell-Anämie, angewendet und ihr Potenzial erstreckt sich mittlerweile auch auf Autoimmunerkrankungen.

Bei malignen Erkrankungen sind die Patienten häufig auf Stammzellspenden gesunder Menschen angewiesen. Diese allogene Stammzelltransplantation ist mangels geeigneter Spender oft nicht möglich und sie birgt wegen drohender Abstoßungs­reaktionen zusätzliche Risiken. Seit zwei Jahrzehnten versuchen Forscher deshalb, hämatopoetische Stammzellen im Labor zu erzeugen. Eine wichtige Voraussetzung wurde 2006 durch den japanischen Forscher Shin’ya Yamanaka geschaffen, der normale Hautzellen in iPS-Zellen zurückverwandelte.
Jetzt ist es einem Team um den Stammzellbiologen George Daley vom Boston Children’s Hospital gelungen, die iPS in hämatopoetische Stammzellen zu differenzieren. Die Forscher verwandelten die iPS in einem ersten Schritt in hämatogene Endothelzellen. Es handelt sich um Vorläufer der Blutstammzellen, die in der embryonalen Entwicklung in der dorsalen Aorta die ersten blutbildenden Zellen sind. Um die Endothelzellen in Blutstammzellen zu verwandeln, benötigten die Forscher die sieben Transkriptionsfaktoren ERG, HOXA5, HOXA9, HOXA10, LCOR, RUNX1 und SPI1.

Danach wurden die Stammzellen in das Knochenmark von Mäusen transplantiert, wo sie ihre Entwicklung abschlossen und mit der Produktion von Blutzellen begannen. Die Blutzellen waren funktionstüchtig: Die Erythrozyten enthielten Hämoglobin zum Sauerstofftransport, und die B- und Z-Zellen waren in der Lage eine Immunabwehr zu organisieren. Den Forschern konnten die Stammzellen aus dem Knochenmark isolieren und für eine Stammzelltransplantation bei anderen Tieren benutzen.

Hier geht es zum vollständigen Artikel

Text/Quelle: © rme/aerzteblatt.de
 
 

Neuigkeiten



Konferenz „SmartHealthData.NRW: Intelligente Systeme für eine personalisierte Medizin“
Nutzung von Gesundheitsdaten in intelligenten medizinischen Unterstützungssystemen ...mehr

CERES-Tagung: Mehr Daten für weniger Krankheit? Über den Wert von Informationen in der Medizin
30. Januar 2018 in Köln ...mehr

Artificial intelligence and robotics: Emerging technologies in medicine (ETIM 2018)
Essen, 16. und 17. Februar 2018 ...mehr

Medical Devices Meetings 2018
B2B-Plattform für die Medizintechnik-Industrie in Stuttgart, 07.+08. März 2018 ...mehr

MT-CONNECT und MedTech Summit 2018
Internationale Messe für Zulieferer- und Herstellungsbereiche der Medizintechnik, 11.+12. April 2017 ...mehr

PerMediCon 2018: Kongressmesse zur personalisierten Medizin
Schwerpunkt: Genomische Medizin, 18. und 19. April 2018 in Köln ...mehr


Open Market Consultation zum Thema Stressreduktion
Präsentation am 24. Januar 2018 in Mülheim an der Ruhr ...mehr

„innovate.healthcare“-Hackathon entwickelt innovative Ideen für Gesundheitsmarkt
Abschließender Pitch-Wettbewerb ermittelte 3 siegreiche Start-ups ...mehr

Preis für Patientensicherheit in der Medizintechnik: Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses
Bewerbungsschluss ist der 30. April 2018 ...mehr

Förderwettbewerb "Forschungsinfrastrukturen" des Landes Nordrhein-Westfalen: Gewinner der 2. Runde stehen fest
Elf Projekte werden mit 51 Millionen Euro unterstützt ...mehr

Patienten­kommunikation braucht neue Wege
Evidenzbasierte Informationen müssen besser digital verbreitet werden ...mehr


Richtlinie zur Förderung von transferorientierter Versorgungsforschung – Forschung und Ergebnistransfer für eine bedarfsorientierte Rehabilitation
Abgabetermin: 19.04.2018 ...mehr

Richtlinie zur Fördermaßnahme "Gründungen: Innovative Start-ups für Mensch-Technik-Interaktion"
Bewerbungsschluss: 15.04.2018 ...mehr

Förderung von Projekten zum Thema „Bildgeführte Diagnostik und Therapie – Neue Wege in der Intervention“
Einreichungsfrist: 30.03.2018 ...mehr

Förderung von transnationalen Forschungsprojekten für Nachwuchswissenschaftler im Rahmen des ERA-Netzes zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen (ERA-NET CVD)
Einreichungsfrist: 15.03.2018 ...mehr

Förderung von transnationalen Forschungsprojekten zu psychischen Störungen im Rahmen des ERA-NET NEURON
Einreichungsfrist: 08.03.2018 ...mehr

Förderung multinationaler Forschungsprojekte zur Gesundheits- und Sozialversorgung bei Neurodegenerativen Erkrankungen
Einreichungsfrist: 06.03.2018 ...mehr

Förderung von Projekten zum Thema "Chronische Schmerzen – Innovative medizintechnische Lösungen zur Verbesserung von Prävention, Diagnostik und Therapie"
Einreichungsfrist: 28.02.2018 ...mehr

Förderung von transnationalen Forschungsprojekten zu seltenen Tumorerkrankungen im Rahmen des ERA-NET TRANSCAN
Einreichungsfrist: 06.02.2018 ...mehr